Teenager Infos> Vom Teenager zum Jugendlichen

 

Begriff Teenager
Der Begriff Teenager stammt aus dem Englischen und bezeichnete dort ursprünglich einen Menschen, der zwischen 13 (thirteen) und 19 (nineteen) Jahre alt ist. Die Zahlen 13 bis 19 enden im Englischen auf "-teen". Wegen der früher eintretenden körperlichen Reife werden heute jedoch auch Elf- und Zwölfjährige entgegen der ursprünglichen Bedeutung als Teenager (oder abgekürzt als "Teenie") bezeichnet. Besonders in der Jugend diente die Bezeichnung hauptsächlich als "schickes" Modewort.

Ein Jugendlicher ist demgegenüber im bürgerlichen deutschen Recht eine Person, die 14 bis noch nicht 18 Jahre alt ist; nach anderen Kriterien wird das Alter eines Jugendlichen unterschiedlich zwischen 12 und 25 Jahren definiert.

Mädchen dieses Alters wurden umgangssprachlich bis in die 1950er Jahre zeittypisch bieder mit dem heute veralteten Begriff Backfisch bezeichnet.

Männliche Jugendliche, die durch Imponiergehabe auffielen oder Ansätze zu kriminellem Verhalten zeigten, nannte man bis in die frühen 1970er Jahre hinein im westlichen Deutschland Halbstarke, mit einem Beiklang von Rowdy. Jedoch ist auch dieser Begriff heute veraltet und den meisten jungen Leuten in seinem ursprünglichen Zusammenhang nicht mehr bekannt.

Klischeehaft werden Teenager insbesondere in Teeniefilmen als quirlig und emotional instabil dargestellt, was wohl auf Probleme der Pubertät anspielen soll.


Begriff Jugend
Begriffsentstehung
Der Begriff Jugend ist historisch gesehen relativ jung und wurde erst um 1800 häufiger verwandt. Der Begriff des Jugendlichen war dabei ursprünglich ambivalent besetzt (Jugend ist Trunkenheit ohne Wein) und diente auch zur Distanzierung von einer Personengruppe, die als gefährdet definiert wurde. Der Begriff bezeichnete dann beispielsweise in der Jugendhilfe der 1880er Jahre eine männliche Person aus der Arbeiterklasse zwischen 13 und 18 Jahren, der Tendenzen zur Verwahrlosung, Kriminalität und eine Empfänglichkeit für sozialistisches Gedankengut unterstellt wurde. Erst nach 1900, im Zuge der Jugendbewegung, wurde die eher negative Anmutung des Begriffs (Jugend als Gefährdung und Unreife) durch ein positives Bild ersetzt. Im Rahmen nationalistischer Strömungen entstand nach dem Ersten Weltkrieg ein politischer Jugendmythos: Jugend als Motor der Geschichte (Wer die Jugend hat, hat die Zukunft). Hitler war dann in der NS-Propaganda der junge Führer.

Das erste negative Jugendbild in der Industriegesellschaft wirkte jedoch latent weiter und ist gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wieder aktualisierbar, wie die Diskussion um Jugendgewalt und Jugendkriminalität in den 1990er Jahren zeigte: Jugend(liche) als Gefährdung und Bedrohung.

Definitionen der "Jugend"
Jugend kann auf verschiedene Arten betrachtet werden, zum einen bezeichnet der Begriff eine Phase im Leben eines Individuums und zum anderen wird damit eine eigenständige Gruppe von Menschen erfasst. Je nach Auffassung kann man zur Eingrenzung der Lebensphase heute bestimmte Alterswerte oder aber eine Definition anhand von qualitativen Merkmalen vornehmen. Gemäß dieser zweiten Möglichkeit wird als Beginn der Jugendphase meistens die körperliche Geschlechtsreife gewählt, als Ende das Erreichen von finanzieller und emotionaler Autonomie.

Definitionen nach Alter existieren verschiedene:
Nach deutschem Recht ist Jugendlicher, wer vierzehn (außer im Jugendarbeitsschutzgesetz, dort ab fünfzehn), aber noch nicht achtzehn Jahre alt ist. Im Kontext des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII), ist in Deutschland Jugendlicher, "wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist" (§ 7 Abs. 1 Nr. 2 SGB VIII). Ein Jugendlicher gehört zu den im SGB VIII definierten jungen Menschen, zu denen ebenfalls die jüngere Personengruppe der Kinder gehört (mit Ausnahmen, "wer noch nicht 14 Jahre alt ist") und die ältere Personengruppe der jungen Volljährigen ("wer 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist"). Heranwachsender ist nach dem Jugendgerichtsgesetz jede Person, die das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat.
Soziologisches siehe Jugendsoziologie. In der 14. "Shell-Jugendstudie" ("Jugend 2002") gingen die beteiligten Wissenschaftler bei ihren Untersuchungen von der Personengruppe (den Kohorten) der 12- bis 25-jährigen aus.
Die UN-Generalversammlung definiert Personen, die älter als 15 Jahre und jünger als 25 Jahre alt sind, als Jugendliche. In dieser Kategorie soll aber zwischen den Teenagern (13 bis 19) und den jungen Erwachsenen (20-24) unterschieden werden, da die Probleme auf soziologischer, psychologischer und gesundheitlicher Ebene stark differenzieren. Diese Definition wurde für das Internationale Jahr der Jugend gemacht, das 1985 abgehalten wurde. Alle Statistiken der UNO über Jugendliche basieren auf dieser Definition. Laut aktuellen Schätzungen waren 1995 18 % (oder 1 Milliarde) der Weltbevölkerung Jugendliche, wovon 85 % in Entwicklungsländern leben. Die UNO hat den 12. August zum Tag der Jugend ernannt.
Eng verwandt mit dem Begriff des Jugendlichen ist der Begriff Teenager.

Jugend - ein Lebensabschnitt
In die Jugendzeit fällt die Pubertät, das Ende der Schulzeit, der Beginn der Berufsausbildung, die Abnabelung vom Elternhaus und die Identitätsfindung. Deswegen wird die Jugendzeit sowohl vom Jugendlichen, der sie durchlebt, als auch von den Eltern als nicht ganz einfach angesehen. So ist sie auch Gegenstand zumal der Dichtung von Volks- und Studentenliedern bis hin zu einer eigenen Jugend-Literatur.

Der Begriff der Jugend, wie auch der Begriff der Kindheit sind historisch gewachsene Begriffe, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Gesellschaftsform gesehen werden müssen. So gab es noch im 17. Jh. in vielen Ständen und vergleichbaren Gruppierungen jenseits der Säuglingszeit weder eine ausgeprägte Kindheit in unserem Sinn noch eine Jugend. Jedoch hatten sich im Adel, dann im Bürgertum das Muster des Jünglings bzw. der Jungfrau herausgebildet, im geistlichen Stand der Novize. Jugend als Lebensphase ist dann ein Produkt der Modernisierung. In vormodernen, agrarisch strukturierten Gesellschaften mit wenig ausgeprägter Arbeitsteilung wurden die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen von der Elterngeneration vermittelt. Durch die zunehmende Industrialisierung und Technisierung reichte dies aber nicht mehr aus. Vielmehr sollten die Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Schule und der Berufsausbildung erworben werden. Dies bedeutete aber eine längere Freistellung der nachwachsenden Generation vom Arbeitsleben. Ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Jugend dann als Folge der Bildungsexpansion, veränderter elterlicher Erziehungsziele, einer zunehmenden kulturellen Autonomie der Jugendlichen und dem Wirken einer jugendspezifischen Konsum- und Unterhaltungsindustrie zu einer relativ eigenständigen Lebensphase (siehe auch 68er-Bewegung).

Jugend-Mythos
Kritiker warfen ab den 1930er Jahren den modernen westlichen Gesellschaften vor, einem Jugendmythos zu unterliegen (Ein Geist allgemeiner Hanswursterei weht durch Europa, Ortega y Gasset). Vor allem dann ab 1970 versuchten zunehmend ältere Jahrgänge, jugendliche Moden und Lebensstile (Spontaneität) zu imitieren. Die Jugendlichkeit der Haut und ein junges Aussehen hoffe man durch Kosmetik- und andere Lifestyle-Produkte zu erlangen. Die tatsächlich existierenden Jugendlichen würden dagegen ihrem Verhalten nach immer jünger erwachsen.
 

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